Ausgabe Herbst 2017

Beim Schaucher gibt es so gut wie alles!

Der Schaucher in Buchbach kann mit Fug und Recht als Institution bezeichnet werden.

Vielen ist er letzte Rettung, wenn es gilt, eine exotische Schraube aufzutreiben, oder ein Geschenk für die Verwandschaft jeglichen Alters. Wer dann seine Blicke im Laden schweifen lässt, stellt fest, dass aus »letzter Rettung« künftig »erste Wahl« werden wird: es gibt fast nichts, was es hier nicht gibt: Schrauben und Beschläge, Farben, Lacke und überhaupt alles zum Renovieren, Geschirr und sonstige Haushaltswaren, Spielwaren, Werkzeug für Haus und Hof ... und was nicht auf Lager ist, wird kurzfristig besorgt.

Der Juniorchef kennt dabei neben den ererbten Tricks des Vaters auch noch einige Kniffe der Neuzeit, wenn es darum geht, neue Bezugsquellen aufzutun.

Gegründet wurde das Unternehmen als Eisenwarengeschäft 1951 von Josef Schaucher, dem Großvater des heutigen Inhabers Rainer. Seitdem wurde das Geschäft mehrfach vergrößert. Auch das Sortiment hat sich im Lauf der Jahre geändert, immer an den Wünschen der Kunden orientiert. Und die sind ebenso vielfältig wie das Angebot: »Zu uns kommen alle Altersklassen und Einkommensstufen. Neben Endverbrauchern haben wir auch viele Kunden aus Handwerk und Industrie, wir sind quasi oft deren Einkaufsabteilung!« bringt Rainer Schaucher den besonderen Service auf den Punkt.

Viele Erfahrungen, die über die Generationen gemacht wurden, spiegeln auch die sich veränderten Konsumgewohnheiten über die Jahrzehnte hinweg wider: »Tapeten waren eine Zeit lang ein Riesengeschäft! Genauso schnell wie’s gekommen ist, war’s wieder aus. Wer tapeziert heut’ noch?« weiß der Vater. Man müsse halt immer aufpassen, dass man solche Veränderungen rechtzeitig mitbekommt, sonst habe man die Lager voll mit Sachen, die keiner braucht. »Oder, man wartet auf die nächste Retro-Welle, dann ist man ganz vorne dabei«, ergänzt der Junior-Chef schmunzelnd. Auf der Höhe der Zeit ist die Aussendarstellung: »Irgendwann braucht man halt einen Internet-Auftritt, und mit Facebook machen wir gerade erste Versuche. Bei der Personalsuche hat das schon ganz gut funktioniert«

Die Schaucher-Männer stehen in der Regel selbst am Ladentisch und beraten ihre Kunden. An ihre Mitarbeiter und Azubis haben sie keine übertriebenen Anforderungen. Rainer Schaucher dazu: »Das wichtigste ist Spaß an dem, was wir hier tun. Der Rest kommt dann von selbst: freundlich und pünktlich sein, dem Kunden zuhören können, körperliche und geistige Fitness ... gute Noten sind natürlich hilfreich, aber ehrlich gesagt ist uns ein engagierter Quereinsteiger genauso lieb, wenn nicht sogar lieber!«
Denn viele Leute kämen ja nicht mit einer konkreten Vorstellung davon, was sie eigentlich brauchen - vielmehr haben sie ein Problem, das einer Lösung bedarf - etwa, wie ein Gegenstand am besten an einem anderen Gegenstand befestigt werden kann. Und so ist oft Logik und eine gehörige Portion Tüfteln gefragt, um dem Kunden zu helfen. »Mir macht es einen unbandigen Spaß, wenn ich einem Kunden so helfen kann!«

Manchmal kann auch der Schaucher nicht helfen, dann hilft aber erfahrungsgemäß Humor. Ein Kunde kam zum Beispiel mit der unspezifischen Aussage »dös Drumm haut ned hi!« - dem Rainer fiel dazu nur ein: »dann hau hoid z‘ruck!«
Angst vor der Zukunft hat man nicht, höchstens ein bisschen Sorge über die Bevölkerungsentwicklung: es gibt einfach wenig bezahlbare Wohnungen, und Bauplätze sind auch rar. So kann es passieren, dass immer mehr junge Leute wegziehen und sich nicht mehr in der Gegend ansiedeln. »Da schrumpft natürlich unsere Kundschaft mit«, so Rainer Schaucher. Dieser Umstand und andere Gründe haben ihn auch früh dazu gebracht, Netzwerke zu bilden. Bereits während der Ausbildung knüpfte er ein enges, deutschlanweites Netzwerk für seine Geheimtipps. Aber auch vor Ort ist er gut vernetzt, so ist die Firma Schaucher beim BDS Gründungsmitglied. »Den Markt attraktiv zu halten, das Ziel müssen alle hier verfolgen. Und da erreicht man gemeinsam mehr!«

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